Mobilität, Digitalisierung, Infrastruktur: Der Strombedarf steigt. Energie prägt unseren Alltag, ohne geht nichts. Die Schweiz strebt eine CO2-neutrale Versorgung an. Wie schaffen wir das? Journalistin Karin Frei empfängt Gäste aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Gesellschaft. Offen spricht sie mit ihnen über Klimapolitik, eine sichere Energieversorgung und was das für uns alle bedeutet. Eine Podcast-Serie von Axpo mit relevanten und kontroversen Stimmen zur Energiezukunft.

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«Eine autarke Schweiz ist eine Illusion»

Yves Zumwald im Gespräch

Swissgrid ist die Betreiberin des Schweizer Übertragungsnetzes. «Unsere Aufgabe ist es, das Netz stabil zu halten», sagt ihr CEO, Yves Zumwald. Dies wird jedoch zunehmend schwieriger. Eine stabile Versorgung braucht Grosskraftwerke, die im Winter genügend Strom liefern. Die politischen Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind unklar und ohne ein Stromabkommen ist es nicht möglich, die Interessen der Schweiz bei der Weiterentwicklung des europäischen Strommarktes einzubringen. Wie weiter? Yves Zumwald im Gespräch mit Karin Frei.

Yves Zumwald ist Elektroingenieur und hat seine berufliche Karriere in der Energiewirtschaft 1993 bei Energie Ouest Suisse (EOS) begonnen. Nach einem Abstecher zu Orange Communications als National Electrical Design Manager war er bei der EOS Holding ab 2002 verantwortlich für Netznutzung und Netzzugang. Danach leitete er ab 2005 bei EOS Réseau als Mitglied der Geschäftsleitung die Abteilung Infrastruktur. Im September 2009 trat Yves Zumwald als Leiter des Geschäftsbereichs Vertrieb und als Direktionsmitglied der Gruppe Romande Energie bei. Seit Januar 2014 ist er Mitglied der Geschäftsleitung von Swissgrid, zuerst als Leiter Grid, im März 2016 hat der Verwaltungsrat ihn zum CEO ernannt.

«Nachhaltigkeit muss bezahlbar sein»

Mario Irminger im Gespräch

Welchen Beitrag kann ein Detailhändler für die Energiewende leisten? «Wir möchten unseren Fussabdruck bis 2030 halbieren und bis 2050 CO2-neutral werden», sagt Mario Irminger, CEO von Denner. Er investiert in neue und effizientere Kühlanlagen, setzt in der Logistik auf Wasserstoff und bezieht Solarstrom von AlpinSolar aus den Schweizer Alpen. Im Gespräch mit Karin Frei erläutert der CEO des Schweizer Discounters auch: «Alle müssen sich nachhaltige Lebensmittel leisten können».

Mario Irminger, eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer und Treuhänder, baute während acht Jahren bei Ernst & Young seine Kompetenz als Finanzprüfer aus bis er 1996 zu Heineken Schweiz in die Konsumgüterbranche wechselte. Als Finanzchef war er dort massgeblich an der strategischen Weiterentwicklung des Schweizer Geschäftes beteiligt; insbesondere bei der Integration der Brauerei Eichhof. Ab 2011 stellte Irminger in seiner Doppelfunktion als CEO ad interim und Leiter Finanzen bei Denner seine Fachkompetenz und Führungsstärke unter Beweis und führt seit September 2011 den Discounter als CEO.

Digitalisierung als Stromfresser?

Franz Grüter im Gespräch

Das weltweite Datenvolumen wächst rasant, und dessen Speicherung erfordert riesige Rechenzentren. Bald wird die Datenspeicherung fünf Prozent des Schweizer Strombedarfs ausmachen. Franz Grüter, SVP Nationalrat und VRP von green.ch, gehört mit seiner Firma zu den grössten Betreibern in der Schweiz. Kann die Schweiz diesen wachsenden Stromverbrauch in Zukunft noch decken? «Die Rechenzentren machen in der Effizienz riesige Fortschritte. Doch wir werden über neue inländische Kraftwerke sprechen müssen», sagt Franz Grüter im Gespräch mit Karin Frei.

Franz Grüter ist SVP Nationalrat und Verwaltungsratspräsident von green.ch. Von 2008 bis 2015 war er gleichzeitig CEO und VRP der green.ch Gruppe. Per 1. Januar 2016 übergab er sein Amt als Geschäftsführer an einen Nachfolger, um mehr Zeit für sein Nationalratsmandat zu haben. Als Verwaltungsratspräsident verantwortet er weiterhin die strategische Ausrichtung des Providers und Rechenzentrumsanbieters.

Nein zum CO2-Gesetz – wie weiter?

Martina Mousson im Gespräch

Das vermeintlich breit abgestützte CO2-Gesetz scheiterte an der Urne. Ist der Megatrend der Dekarbonisierung damit gebremst? «Nein», meint Martina Mousson, Politikwissenschaftlerin von gfs.bern. Sie äussert sich zu den Gründen, spricht über die Rolle der Klimajugend und analysiert die Ablehnung der jungen Generation. Die Meinungsforscherin spricht über die klimapolitischen Möglichkeiten der direkten Demokratie und die Zukunft des Pariser Klimaabkommens. Martina Mousson im Gespräch mit Karin Frei.

Martina Mousson hat an den Universitäten Zürich und Bern studiert und mit einem Lizenziat in Politikwissenschaft abgeschlossen. Sie ist seit über 15 Jahren beim Meinungsforschungsinstitut gfs.bern tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem Abstimmungen, Wahlen, Issue Monitoring sowie Image- und Reputationsanalysen.

Alpiner Solarstrom gegen die Winterlücke

Dr. Annelen Kahl im Gespräch

«Wir müssen uns darauf konzentrieren, erneuerbaren Strom im Winter zu produzieren», sagt Dr. Annelen Kahl. Sie erforscht das Verhalten von alpinen Solaranlagen. Im Winter ist es in der Höhe sonniger, zusätzlich reflektiert der Schnee die Sonnenstrahlen und die tiefen Temperaturen ermöglichen einen höheren Wirkungsgrad. Doch kann die Kernkraft so substituiert werden? Theoretisch sei die Photovoltaik dazu in der Lage, meint die Wissenschaftlerin. Wo diese PV-Anlagen zu bauen wären und wie es um die Akzeptanz alpiner Anlagen steht, erklärt sie im Gespräch mit Karin Frei.

Ihren Bachelor in Physik machte Annelen Kahl an der Universität Göttingen in Deutschland und nach ihrem Master am California Institute of Technology (Calltech), dissertierte sie in Umweltforschung und Management an der University of California. Seit 2015 forscht sie an der EPFL zu Solaranlagen im alpinen Raum und ist seit 2018 auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schweizer Schnee und Lawinenforschungsinstitut (SLF) tätig.

«Zementindustrie wird Netto-Null erreichen»

Gerhard Pfister im Gespräch

Ohne Zement geht nichts. Als Präsident von cemsuisse, dem Verband der schweizerischen Zementindustrie, sitzt Gerhard Pfister an einem langen Hebel. Die Zementindustrie hat einen hohen Anteil am CO2-Ausstoss und steht darum «besonders in der Verantwortung». Doch die Branche sei bereits auf gutem Weg zu Netto-Null bis 2050. Wie das gelingen kann? Darüber – und über das CO2-Gesetz – spricht Karin Frei mit Nationalrat und Mitte-Präsident Gerhard Pfister.

Gerhard Pfister studierte an der Universität Fribourg Germanistik und Philosophie und erwarb seine Promotion zum Dr. phil. an der Universität Basel. Er sitzt seit 2003 im Nationalrat und ist Präsident der Mitte-Partei. Vor der Fusion mit der BDP 2020 präsidierte er vier Jahre lang die CVP. Der Verband der schweizerischen Zementindustrie wählte ihn im Herbst 2020 zum Präsidenten.

Globale Ein-Kind-Politik fürs Klima?

Dr. Robert Tobias im Gespräch

Im Zusammenhang mit der Abstimmung über das CO2-Gesetz gilt es auch über Verhaltensänderungen zu sprechen. Doch: «Klimawandel ist nicht das einzige Problem für die Menschen. In erster Linie wollen wir überleben», sagt Robert Tobias, Bauingenieur und Umweltpsychologe an der Uni Zürich. Gleichzeitig sieht er in jedem Leben eine Belastung für die Umwelt. Dürften wir also keine Kinder mehr kriegen? Tobias meint, jede Person solle sich dort für den Klimaschutz einsetzen, wo es für sie mit relativ geringen Einbussen möglich ist. Was das konkret bedeutet, verrät der Wissenschaftler im Gespräch mit Karin Frei.

Robert Tobias hat seine berufliche Laufbahn mit einem Diplom als Bauingenieur der ETH Zürich begonnen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung im Bereich Grund- und Tunnelbau wechselte er sein Fachgebiet und studierte Psychologie an der Universität Zürich. Heute forscht er dort als Sozialpsychologe zum Thema Umweltpsychologie.

Energie im «Subventions-Dschungel»

Prof. Dr. Henrique Schneider im Gespräch

In diesen Frühlingswochen ist der Stand der Schweizer Speicherseen jeweils am tiefsten. Anlass genug, um über Stromversorgungssicherheit zu sprechen. Henrique Schneider ist stv. Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands und Vertreter von zahlreichen KMU mit viel Strombedarf. Für ihn gibt es nicht den einen Königsweg, sondern es braucht ein breites Portfolio an Massnahmen. Wind hätte gerade im Winter grosses Potenzial, doch die «Einsprache-Wirtschaft» verunmögliche den Ausbau. Ein Gespräch über den «Subventions-Dschungel», das Stromabkommen mit der EU und Atomenergie.

Henrique Schneider hat Volkswirtschaftslehre in der Schweiz, China und den USA studiert. Nach dem Studium machte er sich selbständig bis er als Chefökonom und stellvertretender Direktor zum Schweizerischen Gewerbeverband (sgv) wechselte. Neben seinen Aufsichtsratsmandaten ist er selber an Unternehmen in Asien und Südamerika beteiligt.

Wasserstoff: Eins, zwei, drei – Bumm?!

Martin Candinas im Gespräch

Teuer und ineffizient sagen die einen. Doch Mitte-Nationalrat Martin Candinas glaubt an die Technologie und will vom Bundesrat wissen, wie die Wasserstoffproduktion gefördert werden kann. Als wichtiger Abnehmer sieht er den Schwerverkehr. Auf die Frage, warum die Bündner nicht nur bei der Wasserkraft, sondern auch beim Wasserstoff führend sein wollen, meint der Nationalrat selbstbewusst: «Als Bündner wollen wir die Nase immer vorne haben.» Im Gespräch mit Karin Frei erklärt er, weshalb H2 als Energieträger wichtig wird.

Martin Candinas ist Nationalrat und Mitglied der Geschäftsleitung der CVP Graubünden, Präsident der LITRA Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr und Vizepräsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB). Er ist zudem Fachspezialist für Partner- und Key Account Management der Helsana Versicherungen AG.

Alle Episoden der ersten Staffel

Was viele noch nicht wissen: Aus Küchenabfällen entsteht Energie in Form von Gas, Wärme, Strom und Dünger. Die Energiegewinnung aus Biomasse hat in der Schweiz Potenzial, mit Blick auf die Energiestrategie bleibt sie allerdings ein Nischenprodukt. Ob der extra Anbau von Pflanzen für Biomasse sinnvoll ist und was es mit dem Motto «Teller, Trog, Tank» auf sich hat, verrät Barbara Schaffner, Präsidentin von Biomasse Suisse und glp-Nationalrätin, im Gespräch mit Karin Frei.

Der Atomausstieg in der Schweiz ist gesetzt. Die Generation 4 wäre zwar eine Option, bleibe aber ein Märchen der 50er-Jahren, meint der Geschäftsführer des Schweizerische Energiestiftung SES, Nils Epprecht. Er kritisiert den unbestimmten Ausstiegsplan, denn diese Unsicherheit führe zu einem energiepolitischen Blindflug. Nils Epprecht glaubt nicht, dass die Schweiz ein Speicherproblem hat und will Suffizienz nicht mit Verzicht gleichsetzen. Mehr dazu im Gespräch mit Karin Frei.

​Windkraft wird im Ausland in Windeseile ausgebaut und als eine der wichtigsten Technologien der Zukunft gehandelt. Samuel Leupold, Windpionier und Chairman of Wind Energy bei der Green Investment Group, ist für den Ausbau von Windenergie. Die Schweiz sei allerdings kein Wind-Land und je grösser die Windkraftprojekte sind, desto grösser ist der Widerstand dagegen. Ein marktwirtschaftlicheres Denken wäre hier nötig. Was die Schweiz von den Dänen lernen kann und welchen Auftrag Swissgrid zu erfüllen hat, verrät er im Gespräch mit Karin Frei. 

Die Schweizerinnen und Schweizer sind anspruchsvoll, was das Thema Nachhaltigkeit betrifft, das weiss Franziska Barmettler, Leiterin Nachhaltigkeit bei IKEA. Für sie steht fest: Auch günstige Möbel können nachhaltig sein. Nachhaltigkeit wird so für alle zugänglich. Dafür braucht es v.a. die richtigen Bedingungen und regelmässige Kontrollen. Wie Nachhaltigkeit bei IKEA gelebt wird, welchen Stellenwert Solarstrom dabei hat und warum mutigere Ansätze gefragt sind, verrät Franziska Barmettler im Gespräch mit Karin Frei.

Im Gebäudebereich braucht es energetische Sanierungen statt Pinselrenovationen und wenn bei Finanzprodukten grün draufsteht, muss auch grün drin sein. Das Tempo der Energiewende ist deutlich zu langsam, ist sich Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz, sicher. Die Zielgerade ist erst in weiter Ferne. Welche Rolle Verzicht bei der Energiewende spielt und was die Politik zum Ausbau der Erneuerbaren beitragen kann, erklärt er im Gespräch mit Karin Frei.

Privatvermögen, die nachhaltig investiert wurden, haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Die Finanzexpertin Sabine Döbeli freut diese Entwicklung. Es braucht aber noch mehr. Unternehmen müssen umdenken und ihre CO2 Emissionen stark verringern. Und die Finanzindustrie soll bei Anlagen und Produkten transparenter werden. Von wem sie mehr Signale erwartet und wer die Hausaufgaben noch zu machen hat, verrät sie Karin Frei im Gespräch.

Seit Jahrzehnten ist die Wasserkraft das Rückgrat der Schweizer Stromversorgung, doch gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen stellen es zunehmend in Frage. Wasserwirtschaftspräsident Albert Rösti diskutiert mit Karin Frei über steigende ökologische Anforderungen, staatliche Eingriffe in den Strommarkt und die Zukunft der Wasserkraft in der Schweiz.

Für Klimastreik-Aktivist Nico Müller ist die Politik zu träge, wenn es um effiziente Lösungsansätze im Klimaschutz geht. Das CO2-Gesetz ist zu schwach und wird von der Politik als Ausrede verwendet. Wo er die Grenzen zur Radikalität sieht und mit welchen konkreten Massnahmen er der Energiepolitik Dampf machen will, erzählt er im Gespräch mit Karin Frei.

Für den einflussreichen Ökonomen Reiner Eichenberger besteht kein Zweifel: Um im Kampf gegen den Klimawandel wirklich etwas zu bewirken, braucht die Schweiz keine einschneidenden Massnahmen, sondern eine konsequente CO2-Steuer. Die Politik würde damit ein Modell beschliessen, das weltweit als realistisches und finanzierbares Vorbild dienen könnte.

Trend- und Zukunftsforscherin Karin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) spricht mit Karin Frei über die künftige Energieversorgung der Schweiz, die notwendigen politischen Weichenstellungen und darüber, ob wir an der Schwelle zu einem Energie-Wunderland stehen.

Zur Journalistin Karin Frei

Karin Frei ist selbständige Mediatorin und Kommunikationscoach. Sie blickt auf eine über 25-jährige Karriere als Journalistin bei Schweizer Radio und Fernsehen zurück. Unter anderem moderierte und leitete sie für das Fernsehen die Sendung «Der Club» und arbeitete für das Wissenschaftsmagazin «Einstein». Sie war Gastgeberin des Radiotalks «Persönlich» sowie Produzentin verschiedener Radioformate wie der Hintergrundsendungen «Doppelpunkt» und «Forum». Karin Frei spricht im Podcast von Axpo mit ihren Gästen über die Energiezukunft.

Hintergrund zur Podcast-Serie von Axpo

Die Schweiz hat sich eine nachhaltige Energiezukunft zum Ziel gesetzt. In den nächsten Monaten und Jahren müssen entscheidende Weichen richtiggestellt werden. Axpo ist davon überzeugt, dass gute Lösungen nur in einem offenen Dialog entstehen. Um verschiedene Facetten zu beleuchten und deren Bedeutung für uns alle aufzuzeigen, haben wir den ersten Energie-Podcast der Schweiz ins Leben gerufen. Darin kommen profilierte Gäste aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Gesellschaft direkt und ungefiltert zu Wort. Die Gespräche führt Journalistin Karin Frei.

Alena Weibel, Head Public Affairs & Media Relations von Axpo, erklärt im Gespräch, warum es diese Podcast-Serie braucht. 

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