11.10.2021 | AlpinSolar produziert zum ersten Mal Strom

Ein kleiner Schritt Richtung Energiewende

Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht: Am 8. Oktober lieferte das von Axpo und IWB gebaute Pionierprojekt AlpinSolar erstmals Strom. Dieser wird ab vollständiger Inbetriebnahme von Denner für eine Dauer von 20 Jahren abgenommen. An den Feierlichkeiten in Tierfehd nahm auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga teil. Sie lobte AlpinSolar «als zukunftweisendes Projekt». Stolz, dass die auf 2500 m ü.M. gelegene Solaranalge innerhalb von drei Jahren trotz finanziellen Schwierigkeiten gemeinsam mit Partnern realisiert werden konnte, zeigte sich Axpo-Verwaltungsratspräsident Thomas Sieber.

Axpo habe für 2018 ihre Projektidee viel Zuspruch erhalten, «bis tief ins Land der Kritiker», betonte Verwaltungsratspräsident Thomas Sieber. Und viele hätten das einzigartige Pionierprojekt unterstützt. Sein Dank gehe deshalb an die lokalen Behörden und die Regierung des Kantons Glarus.

Trotz Unterstützung von allen Seiten - Herausforderungen habe es immer noch viele gegeben, sagte Sieber: «Auf 2500 Meter zu bauen ist kein Pappenstiel. Es gab Lieferverzögerungen, das Wetter im Sommer war schlecht. Und da war vor allem die finanzielle Herausforderung - ein gordischer Knoten für das Projekt.»  Nur durch die Partnerschaft mit IWB und Denner habe er gelöst werden können: «Gemeinsam setzen wir nun AlpinSolar um – um gemeinsam mehr zu erreichen.»

Versorgungssicherheit ist zentral

Für Energieministerin Simonetta Sommaruga steht die Versorgungssicherheit der Schweiz mit Strom ganz oben auf der Agenda. Denn Strom sei «fast so etwas wie ein Grundnahrungsmittel» und zentral wichtig». Die Schweiz habe in den letzten zehn Jahren zu wenig in die einheimische Produktion von Strom investiert und sich zu stark auf Importe verlassen. Das müsse sich jetzt auch im Hinblick auf die gesetzten Klimaziele und die damit verbundene Dekarbonisierung ändern.

Alpinsolar sei deshalb ein «zukunftsweisendes Projekt», findet die Bundesrätin: «Wir brauchen rasch mehr einheimischen Strom. Die neue alpine Solaranlage zeugt vom Willen, in der Schweiz in den Ausbau der erneuerbaren Energien zu investieren – und damit unsere Versorgungssicherheit zu stärken.»

Mehr Unterstützung…

Die anschliessende Podiumsdiskussion mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Axpo CEO Christoph Brand, IWB CEO Claus Schmidt und Denner CEO Mario Irminger machte deutlich, wie dringend es Anlagen wie AlpinSolar braucht. Will die Schweiz die Energiewende schaffen, sind – vor allem im Winter – zusätzliche erneuerbare Produktionskapazitäten nötig. Ähnlichen Projekten stellen sich allerdings erhebliche Herausforderungen. Um solche zu realisieren, benötigen Investoren einfachere und schnellere

Bewilligungsverfahren sowie einen Förderrahmen, der den Bau von Grossanlagen wirtschaftlich macht – insbesondere für Anlagen welche dann Strom produzieren, wenn wir ihm am stärksten brauchen – also im Winter.

Axpo CEO Brand betonte wie Sommaruga, es sei essentiell für die Schweiz, die Versorgungssicherheit sicherzustellen. Um dies zu erreichen «müssen wir alle bauen wollen, bauen dürfen und bauen können». Das Wollen hätten Axpo, IWB und Denner mit Alpinsolar dokumentiert. Das Dürfen sei eine Frage der Bewilligungen. Es gehe nicht darum, Rechtsmittel einzuschränken und Umweltanliegen zu vernachlässigen, aber die Verfahren für den Bau von Stromproduktionsanlagen dauerten einfach «viel zu lange».

Beim Können stelle sich die Frage der Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen. «Im Ausland gibt es dafür bereits probate Mittel um erneuerbare Energien zu fördern», erklärte Brand. Das Stichwort laute «Kapazitätsmärkte». Mittels Ausschreibungen lege die öffentlichen Hand fest, welche Energiemengen zugebaut werden sollen. An Auktionen würden dann die Mittel bestimmt, welche Investoren erhalten. Dank solchen Zuschüssen «lohnt es sich für Stromproduzenten den Löwenanteil der Investitionen zu übernehmen und den Zubau an erneuerbaren Energie zu realisieren».

…und mehr Eigeninitiative der Wirtschaft

Die Versorgungssicherheit sei nicht nur ein Thema für Bund und die Stromproduzenten. «Auch die Kantone und die Wirtschaft sind gefordert, hier ihren Teil zu leisten», erklärte Bundesrätin Sommaruga. Schliesslich seien viele Unternehmen hierzulande bereit, klimaneutral zu werden. «Es braucht das Engagement der Wirtschaft», zeigte sich auch Denner CEO Irminger überzeugt. Erst der langfristige Stromabnahmevertrag für 20 Jahre habe das Projekt AlpinSolar wirklich zum Fliegen gebracht.

Das Interesse der Unternehmen genau zu wissen, aus welcher Produktion der Strom kommt, habe deutlich zugenommen, ergänzte IWB CEO Schmidt. «Um mit der Energiewende rasch vorwärts zu kommen, braucht es ein Zusammenrücken aller.»

Langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) seien wichtig, weiss Christoph Brand: Axpo habe in diesem Bereich eine Pionierrolle inne, sei mittlerweile der Marktführer in diesem Bereich. Darauf sei er stolz, denn «PPA’s sind ein wesentlicher Katalysator, um die Energiewende voranzubringen.»

Bis zu 50 Prozent Winterstrom

Mit dem Bau des Pionierprojekts AlpinSolar leisten Axpo und IWB einen Beitrag zur Energiewende. Dank ihrer alpinen Lage, wird die Anlage beim Muttsee rund die Hälfte ihrer Produktion während des Winterhalbjahres liefern, also dann, wenn die Stromproduktion in der Schweiz tendenziell geringer ist als im Sommer. Dies im Gegensatz zu Solaranlagen im Unterland, bei denen nur rund ein Viertel der Stromproduktion während des Winterhalbjahres anfällt.

Der Bau wird durch die IWB Tochtergesellschft Planeco umgesetzt und birgt einige Herausforderungen – logistisch aber auch durch Lieferverzögerungen und das schlechte Wetter im Sommer. Dadurch kam es zu Verzögerungen. Die vollständige Inbetriebnahme von AlpinSolar erfolgt voraussichtlich im August 2022. 

Die Anlage besteht aus 4872 Solarpanels und hat eine Leistung von 2,2 MW. Sie soll im Endausbau 3,3 GWh Strom liefern.

 

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