Alpiner Solarstrom im Winter

Die Schweiz produziert im Winter deutlich weniger Strom als sie verbraucht. Es fehlt also im Winter Strom, der importiert werden muss. Und diese Tatsache dürfte sich in den nächsten Jahren deutlich verstärken, wenn im In- und Ausland Kern- und Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden.

Deshalb ist es wichtig, Lösungen zu finden, um im Winter zusätzlichen Strom aus erneuerbaren Quellen zu produzieren. Die alpine Solar-Grossanlage in den Glarner Alpen leistet dazu einen Beitrag: Sie liefert 50 Prozent ihrer Produktion im Winter.

Die Solaranlagen im Flachland liegen während der Wintermonate häufig unter einer Nebeldecke – in hohen Lagen gibt es viel weniger Nebel und damit mehr Sonneneinstrahlung. Ausserdem haben es PV-Anlagen gerne kalt. Der Wirkungsgrad von Solarmodulen ist bei tiefen Temperaturen höher als wenn es heiss ist. Und schliesslich wird das Sonnenlicht von der Schneedecke reflektiert, was zu einer höheren Solarstrom-Ausbeute führt. Das nennt man Albedo-Effekt. Zudem ist der Neigungswinkel der Staumauer optimal für die Solarstromproduktion im Winter.

Christian Heierli, Projektleiter

 

Winterstrom von der Staumauer

Dank der Glarner Bergsonne soll die Solaranlage auf der Muttsee-Staumauer besonders während der Wintermonate viel Strom liefern. Axpo Projektleiter Christian Heierli erklärt, welche Möglichkeiten es gibt, den fehlenden Winterstrom zu ersetzen: «Man kann den fehlenden Strom – soweit vorhanden – importieren, man kann die saisonalen Speicher ausbauen oder man kann witterungsunabhängige Kraftwerke bauen. Ein weiterer wichtiger Ansatz ist aus Sicht von Axpo der Bau von alpinen Solaranlagen. Mit dieser Anlage im Glarnerland zeigen wir, dass diese Art von Ausbau möglich ist.»